Über uns
Die Geschichte des Fecht-Club Rüsselsheim e.V.
Die Geschichte des Fechtens in Rüsselsheim geht zurück bis in das Jahr 1950. In diesem Jahr wurde das von den alliierten Besatzungsmächten in Deutschland verhängte Verbot des Fechtens aufgehoben. Ehemalige aktive Fechter und junge Menschen, die an dieser Sportart interessiert waren, fanden zunächst bei einer Abteilung des SC Opel und später bei der TG Rüsselsheim Gelegenheit, diesen edlen Sport zu betreiben. Nach einigen wechselvollen Jahren, in denen nur unter schwierigen Verhältnissen trainiert werden konnte, fassten einige Fechter den Entschluss, einen eigenen Verein zu gründen. Am,1. April 1957 war es dann soweit und der Fecht-Club Rüsselsheim e. V. wurde aus der Taufe gehoben.
Die 14 Gründungsmitglieder waren:
Hans Dorschner
1. Vorsitzender
Heinz Hammer
Geschäftsführer
Alwin Hampel
Fechtmeister
Georg G. Mottausch
Kassierer
Hans Müller
stellv. Kassierer
Erwin Diebl
Mitglied
Bernd Heyer
Mitglied
Herbert Roth
Mitglied
Siegfried Roth
Mitglied
Albruna Roth
Mitglied
Griseldis Roth
Mitglied
Siglinde Franz
Mitglied
Heide Dorschner
Mitglied
Ulrich Hofer
Mitglied
Der Start in die Zukunft war für den neugegründeten Verein sehr schwer. Eines der Hauptprobleme war der Mangel an geeigneten Trainingsstätten. Da zu dem damaligen Zeitpunkt Sporthallen so gut wie nicht verfügbar waren, fanden die Fechtlektionen an den verschiedensten Orten statt.
So wurde trainiert:
In einem Raum des damaligen Lokals "Peters-Eck" (jetzt. "Fontäne") - dies war auch der Ort, an dem die Gründung des Fecht-Clubs stattfand.
Im Hof des ehemaligen öffentlichen Opel-Bades in der Weisenauer Straße.
In Waschküchen, Hausfluren, Außenanlagen. In von Privatgrundstücken, auf öffentlichen Parkplätzen und auf jeder nur einigermaßen geeigneten freien Fläche.
Training in der Schillerschule mit Meister Hampel
Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt Rüsselsheim bekam der Fecht-Club durch Vermittlung des damaligen Stadtrates Schmidt einen Raum im Keller unter der Turnhalle des früheren Realgymnasiums (heute Grundschule Innenstadt) zugewiesen.
Herrn Schmidt, dem späteren Landrat des Kreises Groß-Gerau, ist es auch zu verdanken, dass später die Übungsstunden in der darüberliegenden Sporthalle und schließlich in der Turnhalle der Schillerschule (Böllensee-Siedlung) stattfinden konnten: Der Bau einer eigenen Fechthalle scheiterte, nach bereits 1497 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden, an dem Beschluss der Stadt Rüsselsheim, eine Mehrzweckhalle zu errichten.
Infolgedessen wurden die städtischen Finanzmittel für kleinere Bauprojekte zugunsten der Walter-Köbel-Halle gestrichen
Einige Jahre nach Gründung des Vereins stieß Horst Künzelmann zum Fecht-Club und wurde von Fechtmeister Hampel zum Fechtwart ausgebildet. Nach dem Wohnungswechsel von Hampel im Mai 1968 nach Ilbenstadt wurde Künzelmann zu dessen Nachfolger gewählt.
Erst mit der Fertigstellung der Walter-Köbel-Halle mit einem speziell ausgerüsteten Fechtraum, für dessen Einrichtung sich Künzelmann sehr engagierte, begann der eigentliche Aufstieg des F.C.R. In seinem 25. Jubiläumsjahr zählte der Verein 90 Mitglieder und war somit der fünftgrößte Fechtclub in Hessen,
Nach einer gründlichen Ausbildung in allen drei Waffengattungen durch Fechtmeister Hampel und Fechtwart Künzelmann erfolgte schon in den frühen 60er Jahren der Startschuss für die Teilnahme an nationalen und internationalen Fechtturnieren.
Zunächst wurden innerhalb des Vereins alljährlich Vereinsmeisterschaften ausgefochten, die sich größter Beliebtheit erfreuten und zu den fechterischen Höhepunkten des Jahres zählten. Außerdem richtete der Fecht-Club jedes Jahr zwei Mannschaftsturniere aus, zu denen Teilnehmer aus Hessen, Rheinhessen und Rheinland-Pfalz eingeladen wurden.
Dies waren das "Er und Sie Turnier" und das "Turnier um den Wanderpreis des F.C.R." Es spricht für sich, dass an diesen Wettkämpfen bis zu 27 Mannschaften teilnahmen. Hierunter befanden sich schon damals über das Land Hessen hinaus bekannte Fechtgroßen wie der dreifache Olympionike im Degenfechten, Max Geuter vom TV 1860 Frankfurt, und die spätere Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Florett, Cornelia Hanisch von der Offenbacher Fechterschaft.
1967 Max Geuter, Horst Künzelmann
1967 richtete der Fecht-Club die Hessischen Meisterschaften der Aktiven in der Goetheschule und 1976 die hessischen Junioren Mannschaftsmeisterschaften in der Walter-Köbel-Halle aus. Auch auf auswärtigen Turnieren waren die Fechter des F.C.R. erfolgreich vertreten.
Hierzu zählten unter anderem die jedes Jahr stattfindenden "Gaumeisterschaften des Turngaues Süd-Nassau“ bei denen Horst Künzelmann mit 6 Titeln überaus erfolgreich war. Weitere erfolgreiche Fechter waren Dr. Gerd Carow, Heinz Hammer, Edmund und Gerlinde Engelmann, Waldemar Gebhardt, Leopold Lachnik, Elke Dorschner, Siglinde Kräussle und später Harald Händel, Manfred Ziegler, Claudia Hammer, Johann Peter Rapp, Matthias Scheskat und Peter Deister.
So ist auch die jetzige Jugend auf nationalen und internationalen Turnieren vertreten. Bei den hessischen Meisterschaften errang Munja Treichel mehrfach den Titel im Friesenkampf und Angelika Borkowetz den 2. Platz im Degenfechten. Außerdem schaffte Andrea Fuchs den Sprung in die Hessenauswahl.
Alexander Pusch, Horst Künzelmann, Matthias Behr
Zu den weiteren fechterischen Höhepunkten des Jahres zählte die Teilnahme an internationalen Turnieren wie
das Turnier um das Würzburger Stadtwappen,
der Löwe von Bonn,
das Heidenheimer Degenturnier,
das Marathon Degen-Turnier in Frankfurt am Main,
das Gazzera Turnier in Offenbach und
das Karlsberg Turnier des TV Homburg (Saar).
Dieses internationale Degenturnier erfreute sich bei den Turnierfechtern des F.C.R. großer Beliebtheit, da mit den Homburger Fechtern eine jahrelange Freundschaft bestand. Als erfolgreichste Teilnehmer des F.C.R. belegten 1969 Erwin Diebl den 3. Platz und 1970 Horst Künzelmann den 5.Platz.
Künzelmann, Konopka, Ziegler, Wolf
Heute herrscht im Verein reges Leben. 1988 wurde mit Yahya Shaban ein A-Trainer engagiert, der den Trainingsbetrieb montags entscheidend verstärkt.
Durch die idealen Trainingsmöglichkeiten, die der Fechtraum der Walter-Köbel-Halle, mit einem 260qm großen Schwingboden, 3 Elektrobahnen und einer 10m langen Spiegelwand bietet, ist das Fechten in Rüsselsheim für Groß und Klein zu einem attraktiven Freizeitangebot geworden.
Die ständig wachsende Zahl neuer Mitglieder stellt dies unter Beweis. Geselligkeit und die freundschaftliche Verbindung zu anderen Vereinen wird beim Fecht-Club Rüsselsheim über die Landesgrenzen hinaus gepflegt.
Alljährlich findet ein Grillfest, eine Weihnachtsfeier und eine Karnevalsveranstaltung mit fechterischen Einlagen statt. Bedingt durch die internationale Verschwisterung der Stadt Rüsselsheim, nimmt der F.C.R. auch jährlich an Sportleraustauschen mit den Partnerstädten Evreux / Frankreich, Rugby / England und Kecskemét / Ungarn teil.
Durch diese sportlichen Städtevergleichskämpfe wurden viele grenzüberschreitende Freundschaften geschlossen.
Trainingsbetrieb im Fechtraum der Walter-Köbel-Halle
Es bleibt zu hoffen, dass die Jugend auch weiterhin ihren Weg zum Fecht-Club Rüsselsheim findet und immer ein Stamm aktiver Mitglieder präsent ist, um sich für das Wohl und die Existenz des Vereins einzusetzen.